Wer sich dieses Event ohne triftigen Grund hat entgehen lassen, der ist selbst Schuld. Eine rundum gelungene Veranstaltung. Hier wurde wirklich Tacheles geredet, auch wenn die Ansichten der Referenten sowie deren Projektionen für die Zukunft voneinander abweichen. Doch ein gemeinsamer Nenner bleibt: "Raus aus dem Papier!".
Damit liegt die übergeordnete Linie voll auf der Philosophie des Hartgeldclub Nürnbergs.
Folker Hellmeyer betont in seiner locker-flockigen Show, dass Aktien Sachwerte darstellen. Er erwartet ab diesem Sommer eine Erholung der Weltwirtschaft, jedoch auf niedrigerem Niveau.
Bei den momentan abgestürzten Aktienkursen wäre es interessant, sich vorsichtig wieder heran zu tasten. Der Anleihemarkt sei hingegen am Höhepunkt angekommen. Gerhard Spannbauer hingegen sieht keinerlei Silberstreifen am Horizont und bleibt weiterhin seiner Linie treu. Der Crash kann soweit gegen, dass es zu gesellschaftlichen Unruhen kommt, und man seine Vorräte notfalls mit Zähnen und Klauen verteidigen muss.
Herr Reymann und Herr Gasteiner von proaurum brachten eine relativ neutrale Beleuchtung hinsichtlich Edelmetalle, die keineswegs als Marketingveranstaltung gesehen werden kann.
Demnach ist Gold (und Silber) nicht anders als Geld und erfüllt vor allem in Krisenzeiten seine monetäre Funktion. Die Einschätzung der weiteren Preisentwicklung ist für die nächste Zeit neutral.
Keine bullische Stimmung, jedoch werden größere Rücksetzer als unwahrscheinlich angesehen.
Langfristig glaubt man jedoch an die weiteren Chancen des Edelmetalls.
Absolut bullisch für Edelmetalle und Minenaktien zeigt sich hingegen Uwe Bergold, der mit detaillierten Analysecharts von der Theorie der langen Wellen ausgeht. Trotz der Rücksetzer in der letzten Zeit sieht er den laufenden Rohstoffzyklus als intakt an. Die Rücksetzer sieht Bergold als die historisch einmalige Chance, einzusteigen bzw. massiv nachzukaufen.
Fragen aus dem Publikum zielen oft in die gleiche Richtung: Konkrete Aussagen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung werden erwartet. Hier jedoch unisono eine klare Absage. Auch die besten Experten haben keine Kristallkugel. Die Hintergrundinformationen waren erstklassig, jedoch muss jeder letztlich seine Entscheidungen selbst treffen. Für Investmententscheidungen müssen immer mehr als nur ein Kriterium zugrunde gelegt werden. Uwe Bergold formulierte es sehr treffend: Wer wie seine Anlageformen gewichtet, hängt von der jeweiligen Risikobereitschaft bzw. vom individuellen Sicherheitsbedürfnis ab. Eine allgemein gültige Regel gibt es nicht.
So sehen wir das auch vom Hartgeldclub. Die Verantwortung für sein eigenes Handeln kann von keinem Dritten abgenommen werden. Das einzige, was wir tun können (und auch machen wollen) ist, notwendige Informationen für eine Entscheidung weiterzugeben.
Ein häufiges Argument: "Ich habe keine Zeit, mich um meine finanziellen Angelegenheiten zu kümmern." Wer soviel Einkommen generiert, dass er (sie) davon noch etwas sparen kann, verwendet eben diese Zeit dafür, noch über seinen unmittelbaren Bedarf arbeiten zu können. Damit hat er auch genügend Zeit, über seine Finanzen nachzudenken.
Oder eben nach dem Slogan einer bekannten Bank: "Leben Sie, wir kümmern uns um den Rest!"
Sie sollten dieses Versprechen sehr wörtlich nehmen...